
PV-Montage
Photovoltaik lässt sich auf Welleternit sicher montieren – befestigt wird über Stockschrauben, die im Wellenhochpunkt durch die Platte in die darunterliegende Holzkonstruktion (Pfetten oder Sparren) gesetzt und mit dauerhaften Dichtungen abgedichtet werden. Entscheidend sind drei Punkte: ein tragfähiger Plattenzustand, die Klärung der Asbestfrage bei älteren Dächern und eine geprüfte Statik. Wer diese Punkte sauber abarbeitet, erhält eine dichte, langlebige Anlage.
Befestigung mit Stockschrauben – so funktioniert es
Welleternit, also Faserzement-Wellplatten, ist auf landwirtschaftlichen Gebäuden, Hallen und Nebengebäuden in ganz Österreich weit verbreitet. Die Platten selbst tragen keine Lasten aus der PV-Anlage – sie sind nur die Wetterhaut. Die Befestigung muss daher immer bis in die tragende Unterkonstruktion reichen.
- Stockschraube im Wellenberg: Die Bohrung erfolgt ausschließlich im Wellenhochpunkt, nie im Wellental, wo sich Wasser sammelt. So bleibt die Durchdringung oberhalb der Wasserführung.
- Verankerung in der Holzkonstruktion: Die Schraube trägt in Pfette oder Sparren. Die Schraubenlänge richtet sich nach Wellenhöhe und Holzquerschnitt, damit eine ausreichende Einschraubtiefe gegeben ist.
- EPDM-Dichtung: Eine dauerelastische Dichtscheibe (meist EPDM) wird unter dem Schraubenkopf bzw. der Hülse verpresst und hält die Durchdringung dicht – über die gesamte Lebensdauer.
- Vormontage und Schienen: Auf die Stockschrauben kommen Montageschienen, auf denen die Module mit Mittel- und Endklemmen befestigt werden – ähnlich wie bei der klassischen Aufdachmontage.
Wichtig ist die Lage der Befestigungspunkte: Sie müssen zur darunterliegenden Pfettenlage passen. Vor der Montage wird daher die Konstruktion aufgemessen, damit jede Stockschraube wirklich Holz und nicht nur die Platte erwischt.
Die Asbestfrage bei Altdächern
Der wichtigste Unterschied zu anderen Dachtypen betrifft das Alter der Eindeckung. Faserzement-Wellplatten, die vor dem österreichischen Asbestverbot von 1990 verbaut wurden, können Asbest enthalten. Neuere Platten sind asbestfrei. Da bei der PV-Montage in die Platte gebohrt wird, ist diese Unterscheidung sicherheitsrelevant.
- Baujahr klären: Bei Dächern aus der Zeit vor 1990 ist von einem möglichen Asbestgehalt auszugehen, sofern keine gegenteilige Dokumentation vorliegt.
- Bearbeitung asbesthaltiger Platten: Das Anbohren bindet Fasern frei und unterliegt besonderen Schutzmaßnahmen nach dem ArbeitnehmerInnenschutz. Solche Arbeiten gehören in die Hand entsprechend qualifizierter Betriebe.
- Alternative Sanierung: Häufig ist es sinnvoller, ein altes Asbestdach fachgerecht zu sanieren und anschließend eine PV-Anlage auf der neuen Eindeckung zu errichten, statt in die Altplatte zu bohren.
- Zustand prüfen: Stark verwitterte, brüchige oder durchgebogene Platten sind unabhängig vom Material kein geeigneter Untergrund und sollten ersetzt werden.
Im Zweifel empfiehlt sich eine Begehung mit fachlicher Einschätzung, bevor über die Montageart entschieden wird. Eine ehrliche Beratung spart hier spätere Probleme.
Statik, Dichtheit und Sicherheit
Wie bei jedem Dach muss auch bei Welleternit die zusätzliche Last aus Modulen, Schienen und Schnee zur Tragfähigkeit der Konstruktion passen. Faserzementdächer auf älteren landwirtschaftlichen Gebäuden haben oft schlanke Pfettenlagen – die Resttragfähigkeit ist daher genau zu prüfen.
- Lastannahmen: Eigengewicht der Anlage plus Schnee- und Windlast nach den geltenden ÖNORM-Lastannahmen für den Standort.
- Lastverteilung: Die Befestigungspunkte werden so gewählt, dass die Lasten gleichmäßig in die Unterkonstruktion eingeleitet werden.
- Dauerhafte Dichtheit: Jede Durchdringung ist ein potenzieller Schwachpunkt. Hochwertige Dichtelemente und die Montage ausschließlich im Wellenberg sind die Grundlage für ein trockenes Dach.
- Absturzsicherung: Welleternit ist nicht durchsturzsicher begehbar. Arbeiten am Dach erfordern eine geeignete Absturzsicherung und lastverteilende Maßnahmen – das ist in Österreich nach ASchG und Bauarbeiterschutzverordnung (BauV) verpflichtend.
Gerade die Durchsturzgefahr macht Faserzementdächer zu einem sensiblen Arbeitsumfeld. Die Absturzsicherung sollte deshalb von Anfang an mitgeplant werden – idealerweise gemeinsam mit der PV-Anlage, damit dauerhafte Anschlagpunkte gleich richtig sitzen.
Häufige Fragen
Kann man PV auf Welleternit montieren?
Ja. Welleternit (Faserzement-Wellplatten) ist ein gängiger Untergrund für Photovoltaik. Befestigt wird über Stockschrauben mit passenden Dichtelementen, die im Wellenhochpunkt durch die Platte in die darunterliegende Holzkonstruktion gesetzt werden. Voraussetzung sind ein tragfähiger Zustand der Platten und eine geprüfte Statik.
Enthält Welleternit Asbest?
Faserzement-Wellplatten, die vor dem österreichischen Asbestverbot von 1990 verbaut wurden, können Asbest enthalten. Neuere Platten sind asbestfrei. Bei Altdächern sollte der Zustand vor Arbeiten geklärt werden, da das Anbohren asbesthaltiger Platten besonderen Schutzmaßnahmen unterliegt.
Worauf kommt es bei der Befestigung an?
Stockschrauben werden im Wellenberg gesetzt, niemals im Wellental, und tragen immer in die Unterkonstruktion – nicht in die Platte selbst. EPDM-Dichtungen halten die Durchdringung dicht. Wichtig sind außerdem die Lage der Pfetten, die Schraubenlänge und eine dauerhaft regendichte Ausführung.
