PV-Montage
Eine normgerechte DC-Kabelführung bedeutet: zugelassene, UV-beständige Solarleitungen (üblicherweise Typ H1Z2Z2-K), Plus- und Minusleitung eng parallel geführt, um Induktionsschleifen klein zu halten, eine fachgerechte Befestigung ohne mechanische Belastung der Stecker sowie typgleiche Steckverbinder vom selben Hersteller. In Österreich gelten dafür die Errichtungsbestimmungen nach OVE E 8101. Eine saubere Gleichstrom-Verkabelung ist die Basis für Betriebssicherheit, hohen Ertrag und langlebigen Brandschutz.
Das richtige Kabel für die DC-Seite
Die Gleichstromseite einer PV-Anlage – von den Modulen bis zum Wechselrichter – stellt besondere Anforderungen an die Leitung. Anders als im Hausnetz liegt hier dauerhaft Gleichspannung an, die bei einem Lichtbogen nicht von selbst verlöscht. Deshalb dürfen ausschließlich eigens für Photovoltaik zugelassene Solarleitungen verwendet werden, üblicherweise vom Typ H1Z2Z2-K. Sie sind doppelt isoliert, halogenfrei, UV- und ozonbeständig und für einen weiten Temperaturbereich ausgelegt.
- Querschnitt: Üblich sind 4 mm² oder 6 mm². Der Querschnitt wird so gewählt, dass der Spannungsfall auf der DC-Strecke gering bleibt – als Richtwert wird häufig deutlich unter ein Prozent angestrebt.
- Doppelte Isolierung: Schutzklasse II verhindert, dass an blanken Teilen gefährliche Spannung anliegt.
- UV- und Witterungsbeständigkeit: Frei verlegte Leitungen auf dem Dach sind dauerhaft Sonne, Hitze und Frost ausgesetzt – Standard-Installationskabel ist dafür ungeeignet.
- Farbkennung: Eine konsequente Kennzeichnung von Plus und Minus erleichtert Wartung und Fehlersuche über die gesamte Lebensdauer.
Welche Leitung im Einzelfall passt, hängt von Stringlänge, Strangstrom und Verlegeart ab. Diese Auslegung gehört in eine saubere Planung, wie wir sie im Beitrag zur Aufdachmontage und ihren Dachtypen beschreiben.
Verlegung: Induktionsschleifen, Befestigung und Brandschutz
Die größten Fehlerquellen liegen nicht im Kabel selbst, sondern in der Art, wie es geführt und befestigt wird. Drei Punkte sind entscheidend.
- Schleifenfläche klein halten: Plus- und Minusleitung eines Strings werden eng parallel geführt. So bleibt die aufgespannte Fläche – und damit die Induktionsschleife – klein. Das reduziert Überspannungen bei Blitzeinwirkung und schützt Module wie Wechselrichter.
- Mechanisch entlasten: Leitungen werden mit UV-beständigen Kabelbindern oder Klemmen an der Unterkonstruktion fixiert, niemals an scharfen Blechkanten geführt und nicht über die Dachhaut schleifen gelassen. Stecker dürfen nie auf Zug belastet werden.
- Kein Kabel im Wasser: Leitungen werden so geführt, dass sie nicht in stehendem Wasser oder in der Dachrinne liegen. Tropfschlaufen vor Eintrittspunkten verhindern, dass Wasser entlang des Kabels in Gehäuse läuft.
- Brandschutz und Durchführungen: Dachdurchführungen werden dauerhaft dicht ausgeführt, Leitungen vor mechanischer Beschädigung geschützt und durch Brandabschnitte nur fachgerecht abgeschottet geführt.
Eine saubere Trassenführung erleichtert später auch die Wartung erheblich. Wie regelmäßige Kontrollen aussehen, zeigt unsere Wartungs-Checkliste.
Steckverbinder, Erdung und Dokumentation
Den Übergang zwischen den einzelnen Leitungsabschnitten bilden Steckverbinder. Sie sind ein häufig unterschätztes Bauteil – schlecht ausgeführte Verbindungen zählen zu den typischen Ursachen für Hotspots und Brände auf dem Dach.
- Typgleich und vom selben Hersteller: Stecker müssen baugleich und vom selben Produzenten sein. Das Kombinieren scheinbar passender Stecker verschiedener Marken erzeugt Übergangswiderstände, die zu Erwärmung führen können.
- Fachgerecht crimpen: Steckverbinder werden mit dem passenden Werkzeug crimpt, nicht gequetscht oder gelötet. Eine Zugprüfung stellt sicher, dass die Verbindung hält.
- Potentialausgleich und Erdung: Modulrahmen und Unterkonstruktion werden je nach Schutzkonzept in den Potentialausgleich einbezogen. Bei Anlagen mit äußerem Blitzschutz ist die Abstimmung mit dem Blitzschutzkonzept zwingend.
- Prüfung und Übergabe: Vor Inbetriebnahme werden Isolationswiderstand, Polarität und Strangspannungen gemessen und dokumentiert. Diese Messprotokolle sind Teil einer ordnungsgemäßen Übergabe.
Wer die DC-Verkabelung von Anfang an sauber plant, vermeidet die häufigsten Spätschäden. Verwandte Themen wie Hotspots an PV-Modulen hängen direkt mit der Verbindungsqualität zusammen. Einen Überblick über unser gesamtes Leistungsspektrum finden Sie auf der Seite Leistungen.
Häufige Fragen
Welches Kabel wird für die DC-Seite einer PV-Anlage verwendet?
Auf der DC-Seite kommen eigens dafür zugelassene Solarleitungen zum Einsatz, üblicherweise vom Typ H1Z2Z2-K. Sie sind UV- und witterungsbeständig, doppelt isoliert und für hohe Temperaturen ausgelegt. Übliche Querschnitte liegen bei 4 oder 6 mm².
Warum müssen Plus- und Minusleitung eng beieinander geführt werden?
Werden Plus- und Minusleitung eines Strings eng parallel geführt, bleibt die von ihnen aufgespannte Fläche klein. Das reduziert die Induktionsschleife und damit Überspannungen bei Blitzeinwirkung. Große, offene Leitungsschleifen sind zu vermeiden.
Dürfen Steckverbinder unterschiedlicher Hersteller kombiniert werden?
Nein. Steckverbinder müssen typgleich und vom selben Hersteller sein. Das Kombinieren scheinbar baugleicher Stecker verschiedener Marken ist eine häufige Fehlerquelle und kann zu Übergangswiderständen, Erwärmung und Brandgefahr führen.
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