
PV-Montage
Landwirtschaftliche Dächer in der Steiermark – Stall, Maschinenhalle, Lager oder Reithalle – gehören zu den attraktivsten Flächen für Photovoltaik: viel Fläche, meist wenig Verschattung und ein hoher, ganzjähriger Eigenverbrauch am Hof. Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind drei Dinge: die richtige Befestigung auf oft älteren Eindeckungen (Trapezblech, Welleternit), eine geprüfte Statik der teils leichten Hallenkonstruktion und eine Auslegung, die zum tatsächlichen Stromverbrauch des Betriebs passt. Wir montieren im Großraum Graz und steiermarkweit, bei Großanlagen auch österreichweit.
Warum sich das Hofdach besonders gut eignet
Höfe in der Steiermark haben typischerweise große, zusammenhängende Dachflächen und – anders als viele Wohnhäuser – einen Stromverbrauch, der über den ganzen Tag und das ganze Jahr läuft. Genau das macht Photovoltaik hier so wirtschaftlich: Selbst genutzter Solarstrom ist deutlich mehr wert als eingespeister. Wer den Eigenverbrauch optimiert, holt aus jedem installierten Kilowatt-Peak den größten Nutzen.
- Große Flächen: Stall-, Maschinen- und Lagerhallen bieten oft mehrere hundert bis über tausend Quadratmeter – Platz für Anlagen von einigen Dutzend bis über 100 kWp.
- Hoher Grundlastanteil: Melktechnik, Milchkühlung, Lüftung im Stall, Fütterungs- und Förderanlagen, Trocknung und Aufbereitung verbrauchen Strom oft rund um die Uhr.
- Freie Ausrichtung: Viele Hallen stehen frei, ohne Verschattung durch Nachbargebäude oder Bäume – gute Voraussetzungen für hohen Ertrag.
- Kombinierbar: Ladepunkte für Hoflader und E-Fahrzeuge, Wärmepumpen oder Batteriespeicher lassen sich sinnvoll ergänzen.
Wie hoch die Anlage konkret ausgelegt werden sollte, hängt vom Lastgang des Betriebs, vom Netzanschlusspunkt und von der verfügbaren Dachstatik ab – nicht allein von der Dachfläche. Eine ehrliche Planung rechnet mit den echten Verbrauchsdaten und nicht mit dem Maximum, das aufs Dach passt. Einen Überblick über unsere Leistungen von der Planung bis zur Montage finden Sie auf der Seite Leistungen.
Die typischen Dächer am steirischen Hof – und ihre Tücken
Landwirtschaftliche Gebäude in der Steiermark sind selten „aus einem Guss". Neben modernen Hallen mit Trapezblech stehen viele Stallungen und Nebengebäude aus den 1970er- bis 1990er-Jahren mit Welleternit-Eindeckung. Jeder Dachtyp braucht ein eigenes, geprüftes Befestigungssystem:
- Trapezblech & Stehfalz: Auf modernen Hallen lässt sich PV häufig ohne Dachdurchdringung über Klemmen befestigen. Details dazu in unserem Beitrag zur Montage auf Trapezblech und Stehfalz.
- Welleternit (Faserzement-Wellplatten): Sehr verbreitet auf älteren Ställen. Hier sind spezielle Stockschrauben mit Dichtungen nötig – und Vorsicht bei möglichem Asbest im Altbestand (siehe unten).
- Ziegel- und Schrägdächer: Am Wohn- oder Wirtschaftsgebäude über Dachhaken bzw. Stockschrauben, je nach Eindeckung.
- Faserzement-Platten und Blechfalz auf Nebengebäuden: Zustand und Alter entscheiden, ob eine Belegung überhaupt sinnvoll ist oder eine Sanierung vorgeschaltet werden sollte.
Ein wichtiger Punkt bei Hofdächern: Welleternit vor rund 1990 kann Asbestfasern enthalten. Solche Platten dürfen nicht angebohrt, geschnitten oder beschädigt werden. Ist das Dach ohnehin am Ende seiner Lebensdauer, ist es oft wirtschaftlicher, die Eindeckung im Zuge des PV-Projekts fachgerecht zu sanieren und dann auf neuem Trapezblech zu montieren – ein sauberes Dach hält meist so lange wie die Anlage selbst. Mehr dazu in unserem Ratgeber zur Montage auf Welleternit.
Statik, Schneelast und sicheres Arbeiten
Landwirtschaftliche Hallen sind häufig leicht und wirtschaftlich gebaut – die zusätzliche Last aus Modulen und Unterkonstruktion muss die Konstruktion sicher aufnehmen können. Vor jeder Montage steht deshalb die Prüfung der Resttragfähigkeit. Gerade in den höher gelegenen Regionen der Steiermark – vom Ennstal über das Murtal bis in die Obersteiermark – kommen erhebliche Schneelasten hinzu, die von Beginn an mit einzuplanen sind. Wie das im Detail funktioniert, erklären wir im Beitrag zur Dachstatik und Resttragfähigkeit.
- Resttragfähigkeit: Nachweis, dass Dach und Tragwerk die Zusatzlast aus Modulen, Unterkonstruktion, Schnee und Wind aufnehmen.
- Schneelastzone: In Höhenlagen deutlich höhere Werte – die Unterkonstruktion und Modulklemmung werden entsprechend dimensioniert.
- Windlast: Frei stehende Hallen sind stärker windexponiert; Rand- und Eckbereiche brauchen besondere Aufmerksamkeit.
- Absturzsicherung: Arbeiten auf großen, oft glatten Hallendächern erfordern eine fachgerechte Absturzsicherung nach ASchG/BauV. Wir planen und montieren PV und Sicherungstechnik aus einer Hand.
Auf großen, wenig strukturierten Hallendächern ist der Absturzschutz kein Nebenthema. Nach den österreichischen Vorschriften (Arbeitnehmerschutzgesetz, Bauarbeiterschutzverordnung) muss bereits ab geringen Höhen gesichert gearbeitet werden. Anschlageinrichtungen nach ÖNORM EN 795 sind zudem jährlich zu prüfen. Wer PV und Absturzsicherung gemeinsam plant, spart Schnittstellen, Kosten und späteren Ärger. Für eine unverbindliche Einschätzung Ihres Hofdachs erreichen Sie uns über das Kontaktformular.
Häufige Fragen
Eignet sich ein altes Stalldach aus Welleternit für Photovoltaik?
Oft ja, aber mit Vorsicht. Welleternit vor 1990 kann Asbest enthalten und darf nicht angebohrt oder beschädigt werden. Sinnvoll ist meist eine vorherige Prüfung von Zustand und Statik; teils lohnt sich eine Sanierung des Daches vor der Montage. Für intakte Faserzement-Wellplatten gibt es geprüfte Stockschrauben mit passenden Dichtungen.
Wie groß darf eine PV-Anlage auf einem landwirtschaftlichen Dach sein?
Stall-, Maschinen- und Lagerhallen bieten oft mehrere hundert bis über tausend Quadratmeter Dachfläche – damit sind Anlagen von einigen Dutzend bis über 100 kWp möglich. Begrenzend sind meist die Statik des Daches, der Netzanschlusspunkt und der Eigenverbrauch am Hof, nicht die Fläche selbst.
Lohnt sich Photovoltaik am landwirtschaftlichen Betrieb?
Höfe haben oft einen hohen, ganzjährigen Stromverbrauch durch Melktechnik, Kühlung, Lüftung, Fütterung und Aufbereitung. Dieser hohe Eigenverbrauch macht PV besonders wirtschaftlich, weil selbst genutzter Strom mehr wert ist als eingespeister. Eine ehrliche Auslegung auf den tatsächlichen Lastgang ist entscheidend.
