
PV-Montage
Der Bezirk Hartberg-Fürstenfeld ist für die Photovoltaik-Montage ein Sonderfall: Auf rund 60 Kilometern Nord-Süd-Ausdehnung liegen zwei völlig verschiedene Bauwelten. Im Süden das flache, sonnenreiche Thermen- und Hügelland um Fürstenfeld mit Gewerbeobjekten, Beherbergungsbetrieben und großen Ackerbauhöfen. Im Norden das Joglland und die Wechselregion um Vorau, Friedberg und Pinggau mit steilen Dächern, Blecheindeckungen und deutlich höheren Schneelasten. Wer beides über einen Kamm schert, plant an mindestens einer Hälfte des Bezirks vorbei. Wir sind von Graz aus in rund 50 bis 75 Minuten vor Ort.
Zwei Bezirkshälften, zwei Montagelogiken
Der Bezirk entstand 2013 aus der Zusammenlegung von Hartberg und Fürstenfeld – geografisch sind die beiden Teile aber weiterhin sehr eigenständig. Für die Aufdachmontage macht das einen praktischen Unterschied:
- Raum Fürstenfeld, Bad Blumau, Ilz, Großwilfersdorf: flaches bis leicht welliges Gelände, wenig Horizontverschattung, viele Wirtschaftsgebäude mit großen Trapezblechflächen. Hier zählt Fläche – Anlagen werden meist von der verfügbaren Dachfläche und vom Netzanschluss begrenzt, nicht von der Sonneneinstrahlung.
- Raum Hartberg, Pöllau, Pöllauberg: Übergangszone. Ziegel-Satteldächer im Ortsgebiet, dazu Streulagen mit Obst- und Weinbau. Am Pöllauberg und den umliegenden Riedeln sind Ost-West-Hanglagen häufig – eine Ost-West-Belegung bringt dort oft mehr Nutzen als das Erzwingen einer Südausrichtung.
- Wechsel- und Jogllandlagen um Vorau, Friedberg, Pinggau, St. Jakob im Walde: Seehöhen bis über 900 Meter, steilere Dachneigungen, viele Blech- und Stehfalzeindeckungen. Schneelast, Schneefang und die Frage, wann im Jahr montiert werden kann, bestimmen hier die Planung.
Für die Anfahrt ist der Bezirk gut erschlossen: Über die A2 Süd Autobahn und die Anbindung Richtung Fürstenfeld sind die meisten Objekte ohne Umwege erreichbar – das hält Anfahrtsanteile in der Kalkulation klein. Welche Gewerke wir dabei abdecken, von der reinen Dachmontage bis zur Sicherungstechnik, sehen Sie auf unserer Seite Leistungen.
Schneelast, Hagel und Stallklima: die regionalen Belastungen
Drei Belastungen prägen die Anlagen in diesem Bezirk stärker als anderswo in der Steiermark – und alle drei entscheiden sich bereits bei der Montage, nicht erst im Betrieb.
- Schneelast im Norden: Zwischen Fürstenfeld und Friedberg liegen mehrere hundert Höhenmeter. Die anzusetzende Schneelast steigt entsprechend deutlich an. Konsequenz: engeres Befestigungsraster, kürzere Schienenspannweiten und – bei Steildächern über Verkehrsflächen, Hofzufahrten oder Eingängen – ein Schneefangsystem, das zur Modulkante passt. Ein für das Raabtal ausgelegtes Standardraster ist am Wechsel schlicht zu weit.
- Hagel im Süden: Das oststeirische Hügelland gehört zu den gewitterreicheren Gebieten Österreichs. Hagelgeprüfte Module, korrekte Klemmbereiche und dokumentierte Anzugsmomente sind hier keine Kür. Klären Sie zusätzlich vor der Errichtung, ob die Versicherung Hagelschäden an der Anlage tatsächlich einschließt.
- Stallklima und Staub: Über Tierhaltungs- und Lagerbereichen ist die Luft ammoniak- und staubbelastet. Das greift verzinkte Bauteile an und setzt sich auf Modulunterkanten fest. Wählen Sie dort korrosionsbeständige Befestigungskomponenten und rechnen Sie mit kürzeren Reinigungsintervallen – dazu passt unser Beitrag zur richtigen Reinigungshäufigkeit.
Eine Besonderheit des Bezirks sind die vielen Beherbergungs- und Thermenbetriebe im Süden. Deren Lastprofil ist ganzjährig hoch und über den Tag verteilt – Warmwasser, Küche, Lüftung, Wellnesstechnik. Das ist für den Eigenverbrauch ideal, bringt aber Dächer mit vielen Aufbauten mit sich: Lüftungszentralen, Kamine, Attikaaufbauten. Die Belegungsplanung muss die Verschattungswürfe dieser Aufbauten über den Tagesverlauf berücksichtigen, sonst kosten wenige Module überproportional Ertrag.
Bestandsdächer, Altbestand und sicheres Arbeiten
Ein großer Teil der interessanten Flächen im Bezirk liegt auf Bestandsgebäuden aus den 1970er- bis 1990er-Jahren: Maschinenhallen, Stadel, Gewerbetrakte, Zubauten. Dort sind drei Punkte vor der Montage zu klären.
- Eindeckung und Durchsturzgefahr: Faserzement-Wellplatten sind in der Region auf älteren Wirtschaftsgebäuden weit verbreitet und nicht durchsturzsicher – dasselbe gilt für Lichtplatten und Lichtkuppeln. Wie eine Belegung dort trotzdem gelingt, beschreiben wir im Beitrag zur PV-Montage auf Welleternit.
- Resttragfähigkeit: Zusatzlast aus Modulen, Unterkonstruktion und – im Norden – Schnee gehört rechnerisch nachgewiesen, nicht geschätzt.
- Absturzsicherung: Nach ASchG und BauV sind bei Absturzgefahr technische Schutzmaßnahmen vorzusehen. Vorrang haben kollektive Lösungen wie Seitenschutz; persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz an geprüften Anschlagpunkten nach ÖNORM EN 795 ist die nachrangige Variante. Bestehende Anschlageinrichtungen sind mindestens jährlich durch eine sachkundige Person zu prüfen und zu dokumentieren.
Praktischer Tipp für Betriebe im Bezirk: Setzen Sie die Anschlagpunkte gleich mit der PV-Montage. Der Aufwand fällt ohnehin an, solange die Mannschaft am Dach ist – und jede spätere Wartung, Reinigung oder Reparatur wird dadurch ohne Zusatzrüstung möglich. Wenn Sie ein konkretes Objekt zwischen Fürstenfeld, Hartberg und Friedberg haben, schildern Sie es uns kurz über das Kontaktformular – wir sagen Ihnen offen, was sinnvoll machbar ist und was nicht.
Häufige Fragen
Montieren Sie Photovoltaik auch im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld?
Ja. Von Graz aus sind Hartberg, Fürstenfeld, Pöllau und das Wechselgebiet in rund 50 bis 75 Minuten erreichbar. Wir übernehmen dort die Aufdachmontage auf Wohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebäuden und Gewerbeobjekten samt Absturzsicherung. Bei Großanlagen arbeiten wir österreichweit.
Worin unterscheidet sich die Montage am Wechsel von jener im Thermenland?
Vor allem durch Schneelast und Dachneigung. In den Höhenlagen um Vorau, Friedberg und Pinggau sind die Schneelastannahmen deutlich höher als im flacheren Raum Fürstenfeld. Das wirkt sich auf Schienenspannweiten, Befestigungsraster und die Notwendigkeit von Schneefangsystemen aus.
Kann Photovoltaik auf ein Stall- oder Wirtschaftsgebäude im Bezirk montiert werden?
Häufig ja, aber nicht ungeprüft. Trapezblech- und Faserzementdächer über Tierhaltungsbereichen sind oft älter und teils korrodiert; Welleternit ist nicht durchsturzsicher. Vor der Belegung gehören Zustand, Resttragfähigkeit und Befestigungsuntergrund geprüft.
