
PV-Montage
Die Photovoltaik-Montage im Bezirk Murau unterscheidet sich in einem Punkt deutlich von jener im Grazer Becken: Der Bezirk gehört zu den höchstgelegenen und schneereichsten der Steiermark, weshalb Unterkonstruktion und Statik auf hohe Schneelastzonen nach ÖNORM B 1991-1-3 ausgelegt werden müssen. Dazu kommen viele große land- und forstwirtschaftliche Dächer, weite Anfahrtswege und ein kürzeres schneefreies Montagefenster. Als Montagespezialist aus Graz übernehmen wir die Aufdachmontage vor Ort – inklusive Absturzsicherung im selben Arbeitsgang.
Typische Dächer und Projekte im Raum Murau, Neumarkt und Oberwölz
Der Bezirk Murau ist ländlich, waldreich und dünn besiedelt – geprägt von Grünlandwirtschaft, Holzverarbeitung und Tourismus. Das schlägt sich direkt in den Dächern nieder, die für Photovoltaik in Frage kommen. Statt einer Handvoll großer Industriezonen finden wir viele mittelgroße Objekte, über das gesamte Murtal oberhalb von Scheifling und über die Seitentäler verteilt:
- Stall- und Wirtschaftsdächer: Rinder- und Milchwirtschaft prägt die Region. Große, kaum verschattete Stalldächer mit Trapezblech- oder älteren Welleternitdeckungen sind der häufigste Anlagentyp. Was dabei zu beachten ist, haben wir im Beitrag zur PV-Montage auf Stall- und Wirtschaftsdächern zusammengefasst.
- Hallen der Holz- und Sägeindustrie: Betriebe mit hohem Eigenverbrauch tagsüber – hier rechnet sich eine leistungsstarke Anlage am Hallendach besonders schnell.
- Beherbergung und Gastronomie: Hotels, Gasthöfe und Liftbetriebe in den Tourismusgebieten rund um Kreischberg und Lachtal, oft mit steilen Blech- oder Ziegeldächern und hohem Strombedarf im Winter.
- Kommunale Gebäude und Wohnhäuser: Gemeindeämter, Bauhöfe und Schulen in Murau, Neumarkt, Scheifling, Oberwölz oder St. Lambrecht sowie viele steile Einfamilienhausdächer in Streulage.
Welche Befestigung zu welcher Deckung passt – Dachhaken, Stockschrauben, Klemmen oder ballastierte Systeme –, zeigt unser Leistungsüberblick. Gerade bei älteren Eindeckungen in der Region gilt: zuerst Zustand und Tragfähigkeit klären, dann montieren.
Schneelast, Höhenlage und Windkräfte: der regionale Knackpunkt
Der Talboden im Bezirk Murau liegt vielfach über 800 Metern Seehöhe, Gemeinden wie Krakau, Stadl-Predlitz oder die Hochlagen um Oberwölz und das Lachtal deutlich darüber. Die Schneelast ist damit der dominierende Lastfall – nicht das Modulgewicht. Eine Unterkonstruktion, die in der Südsteiermark passt, kann hier klar unterdimensioniert sein. Praktisch heißt das:
- Resttragfähigkeit rechnen, nicht schätzen: Modul-, Unterkonstruktions-, Ballast- und Schneelast müssen gemeinsam zum Dachtragwerk passen. Ältere Holzdachstühle in der Region brauchen dabei besonders genaue Prüfung.
- Schienen- und Klemmabstände reduzieren: Kürzere Spannweiten und mehr Befestigungspunkte sind in hohen Schneelastzonen die Regel, nicht die Ausnahme.
- Schneefang mitdenken: Auf steilen Dächern über Zugängen, Hofeinfahrten oder Stalltoren gehört eine Schneefangsicherung zum Konzept – dazu mehr im Beitrag über Schneelast und Schneefang bei PV-Anlagen.
- Windlast in Hang- und Kammlagen: Exponierte Objekte bringen zusätzliche Windkräfte, die besonders bei aufgeständerten und ballastierten Systemen zählen.
- Abrutschende Schneemassen: Module sind glatter als eine Ziegeldeckung. Die Modulfelder werden so gelegt, dass Dachränder, Rinnen und darunterliegende Bereiche nicht gefährdet werden.
Diese Auslegung ist der Unterschied zwischen einer Anlage, die 25 Jahre hält, und einer, die nach dem ersten schweren Winter Schäden zeigt. Vergleichbare Bedingungen gelten im benachbarten Murtal rund um Judenburg und Knittelfeld, nur liegt der Bezirk Murau im Schnitt noch höher.
Ablauf und Organisation: weite Wege effizient planen
Wir arbeiten als reiner Montagepartner – für Installations-, Elektro- und EPC-Betriebe ebenso wie direkt für Landwirte, Betriebe und Gemeinden mit eigenem Dach. Im Bezirk Murau achten wir dabei besonders auf Logistik und Zeitfenster:
- Aufnahme und Statikcheck: Dachtyp, Deckungszustand, Schneelastzone, Verschattung durch Wald und Hänge sowie die Zugangssituation werden vorab erfasst.
- Etappen bündeln: Anfahrt und Materialtransport ins hintere Murtal planen wir gebündelt – mehrere Objekte oder Bauabschnitte in einem Zug statt vieler Einzelfahrten.
- Montagefenster nutzen: Das schneefreie Fenster ist in der Höhenlage kürzer. Frühe Terminfixierung verhindert, dass ein Projekt in den Winter rutscht – was im Winter noch geht, steht im Beitrag zur PV-Montage im Winter.
- Montage und normgerechte Verkabelung: Unterkonstruktion, Module und saubere DC-Kabelführung in Trassen bis in den Dachraum.
- Absturzsicherung aus einer Hand: Anschlagpunkte und Seilsicherungssysteme nach ÖNORM EN 795 setzen wir gemeinsam mit der Anlage – bei abgelegenen Objekten besonders wichtig, weil später jede Wartung und Reinigung einen gesicherten Dachzugang braucht. Prüfpflichtig sind solche Systeme jährlich.
- Dokumentierte Übergabe: Fotodokumentation und Prüfnachweise als Basis für Gewährleistung, Versicherung und späteren Service.
Wenn Sie ein konkretes Dach in Murau, Neumarkt, Scheifling, Oberwölz, St. Lambrecht, Stadl-Predlitz oder einer der umliegenden Gemeinden haben: schildern Sie uns Dachtyp, Fläche und Seehöhe – wir melden uns mit einer ehrlichen Einschätzung. Am schnellsten geht das über unser Kontaktformular. Bei Großanlagen sind wir nicht auf die Steiermark beschränkt, sondern montieren österreichweit.
Häufige Fragen
Montieren Sie Photovoltaik auch im Bezirk Murau?
Ja. Von Graz aus ist der Bezirk Murau über die S36 und die B317 über Neumarkt in rund eineinhalb Stunden erreichbar. Wir montieren in der gesamten Steiermark und bei Großanlagen österreichweit. Wegen der Anfahrt planen wir Projekte im Bezirk Murau bevorzugt in zusammenhängenden Etappen, damit Team und Material nur einmal anreisen.
Warum ist die Schneelast im Bezirk Murau so entscheidend?
Der Bezirk Murau ist einer der höchstgelegenen Bezirke der Steiermark. Der Talboden liegt meist über 800 Metern Seehöhe, Gemeinden wie Krakau oder Oberwölz-Lachtal deutlich höher. Damit gelten nach ÖNORM B 1991-1-3 hohe Schneelastzonen. Unterkonstruktion, Schienenabstände, Klemmpunkte und die Prüfung der Resttragfähigkeit werden auf diese Lasten ausgelegt – Pauschalwerte aus dem Grazer Becken sind hier nicht übertragbar.
Eignen sich landwirtschaftliche Dächer im Bezirk Murau für PV?
Häufig ja, weil Stall- und Wirtschaftsgebäude große, wenig verschattete Flächen bieten und der Eigenverbrauch in der Landwirtschaft hoch ist. Entscheidend sind der Zustand der Eindeckung, die Resttragfähigkeit inklusive Schneelast und ein sicherer Dachzugang. Ältere Welleternit- oder Blechdeckungen müssen vor der Montage begutachtet werden.
