
Planung & Beratung
Beim Neubau gehört die Photovoltaik in die Dachplanung – nicht in die Phase nach dem Einzug. Konkret heißt das: Sparrenlage und Dachaufbau auf die Befestigung abstimmen, eine Statikreserve für Module, Unterkonstruktion und Schneelast vorsehen, zwei Leerrohre vom Dachraum zum Technikraum legen und die Anschlagpunkte für spätere Dacharbeiten gleich im Tragwerk mitplanen. Diese vier Entscheidungen kosten im Rohbau wenig und ersparen später aufwändige Nacharbeiten. Wir begleiten solche Projekte in Graz und der ganzen Steiermark – bei Großanlagen österreichweit – als Montagepartner am Dach.
Warum der Neubau der günstigste Zeitpunkt ist
Am Bestandsdach arbeiten wir immer mit dem, was vorhanden ist: Sparrenabstände, die nicht zum Modulraster passen, Eindeckungen ohne Ersatzziegel, Kamine und Lüfter mitten in der besten Dachfläche. Am Neubau lässt sich all das vorher klären – und zwar während Planer, Baumeister und Spengler ohnehin am Tisch sitzen. Die Vorteile sind sehr handfest:
- Keine Kompromisse beim Raster: Die Modulbelegung wird auf die tatsächliche Dachfläche gelegt, bevor Dachfenster, Kamin, Abluftrohre und Blitzschutz fix sind.
- Ein Gerüst für alles: Steht das Gerüst für Spengler und Dachdecker noch, kann die Montage direkt anschließen. Das ist einer der größten Einzelposten, den man sich sparen kann.
- Dichtheit ohne Nacharbeit: Durchdringungen für Kabel und Anschlagpunkte werden eingedeckt, nicht nachträglich geöffnet – wie das fachgerecht aussieht, zeigt unser Beitrag zur Dachdurchdringung und Abdichtung.
- Rechtlicher Rahmen: Das Steiermärkische Baugesetz verlangt bei Neubauten und größeren Renovierungen ab bestimmten Brutto-Grundflächen die Errichtung solarer Energiesysteme. Welche Schwellenwerte und Mindestflächen für Ihr Vorhaben konkret gelten, klärt Ihr Planer mit der zuständigen Baubehörde anhand der geltenden Fassung des Baugesetzes – wir planen die Montage auf dieser Grundlage.
Diese sechs Punkte gehören in die Dachplanung
Was wir uns bei einem Neubauprojekt in der Steiermark zuerst ansehen – unabhängig davon, ob die Anlage sofort oder erst in fünf Jahren kommt:
- Dachaufbau und Eindeckung: Betondachstein, Tonziegel, Stehfalz oder Trapezblech brauchen unterschiedliche Befestigungen. Bei Ziegeldächern sollten ein paar Ersatzziegel am Objekt bleiben; worauf es beim Dachhaken ankommt, steht in der Ziegeldachmontage.
- Statikreserve: Module, Unterkonstruktion und im Winter die Schneelast kommen zur Dachlast hinzu. In der Steiermark reichen die Schneelastzonen von milden Lagen im Grazer Becken bis zu hohen Werten im Ennstal und in der Obersteiermark – die Reserve gehört in die statische Berechnung, nicht in eine spätere Schätzung. Mehr dazu unter Schneelast und Schneefang.
- Sparrenabstand und Befestigungsraster: Ein regelmäßiges Sparrenraster erlaubt saubere Schienenspannweiten. Wo die Statik es zulässt, lohnt es sich, den Abstand auf das geplante Modulformat abzustimmen.
- Leerverrohrung: Zwei großzügige Leerrohre vom Dachraum zum Technikraum, getrennt für DC-Leitungen und Datenleitung, dazu der Potentialausgleich. Im Rohbau ist das eine Kleinigkeit – später sind es Aufputzkanäle. Hintergrund in unserem Beitrag zur normgerechten DC-Kabelführung.
- Dachfläche freihalten: Kamin, Entlüftungen, Klimaaußengeräte, Dachflächenfenster und Sat-Masten gehören an den Rand oder auf die Nordseite. Jedes Bauteil in der Südfläche kostet Module und erzeugt Teilverschattung.
- Dachzugang und Anschlagpunkte: Reinigung, Wartung, Störungsbehebung und Kaminkehrer erzeugen Dacharbeiten über Jahrzehnte. Anschlageinrichtungen nach ÖNORM EN 795 werden am Neubau im Tragwerk befestigt und mit eingedeckt – warum das zusammen geplant gehört, lesen Sie unter Photovoltaik und Absturzsicherung gemeinsam planen.
Zeitpunkt, Gewerke und Koordination in der Praxis
Der beste Einstiegszeitpunkt ist die Einreich- bzw. Dachplanung: Dann lässt sich ein Belegungsvorschlag erstellen, bevor Tragwerk und Eindeckung fix sind. Realistisch kommen wir aber auch später noch gut ins Projekt – solange das Dach offen ist. Praktisch bewährt hat sich dieser Ablauf: Belegungs- und Sicherungskonzept in der Planungsphase, Abstimmung mit Baumeister, Zimmerer und Spengler zu Durchdringungen und Befestigungspunkten, Montage der Unterkonstruktion direkt nach der Eindeckung bei stehendem Gerüst, danach Modulmontage und DC-Verkabelung bis zum Übergabepunkt des Elektrounternehmens. Alle Bauabschnitte werden fotodokumentiert – das ist später die Grundlage für Gewährleistung und Versicherung.
Regional unterscheidet sich vor allem der Dachtyp: Im Grazer Umland und in der Südsteiermark dominieren geneigte Ziegeldächer beim Einfamilienhausbau, in den Gewerbegebieten entlang der A2 und A9 Flachdächer und Trapezblechhallen, in den Höhenlagen der Obersteiermark kommt die Schneelast als Planungstreiber dazu. Bei Bauvorhaben in Grazer Schutzzonen sollten Bauwerber und Planer Modulfarbe und Belegung früh mit der Altstadt-Sachverständigenkommission abstimmen – wir liefern dazu gerne den Belegungsvorschlag. Unser gesamtes Leistungsspektrum von der Planungsbegleitung bis zur Wartung finden Sie auf der Seite Leistungen; für ein konkretes Projekt genügt eine kurze Anfrage mit Dachplan oder Einreichunterlagen.
Häufige Fragen
Wann sollte die PV-Montage beim Neubau geplant werden?
Idealerweise mit der Dachplanung, also vor der Einreichung oder spätestens bevor der Dachstuhl steht. Dann lassen sich Sparrenlage, Statikreserve, Leerverrohrung und Anschlagpunkte ohne Mehrkosten berücksichtigen. Später ist alles noch möglich, aber aufwändiger.
Lohnt sich eine Leerverrohrung, wenn die PV-Anlage erst in einigen Jahren kommt?
In der Regel ja. Zwei großzügig dimensionierte Leerrohre vom Dachraum zum Technikraum kosten im Rohbau wenig und ersparen später sichtbare Aufputzführungen oder Stemmarbeiten. Gleiches gilt für eine Statikreserve im Dachtragwerk.
Müssen die Anschlagpunkte beim Neubau gleich mitmontiert werden?
Pflicht ist eine sichere Arbeitsmöglichkeit für jede spätere Dacharbeit. Dauerhafte Anschlageinrichtungen nach ÖNORM EN 795 sind dafür die wirtschaftlichste Lösung und am Neubau besonders einfach, weil sie direkt im Tragwerk befestigt und danach fachgerecht eingedeckt werden können.
